... Ortsteile der Gemeinde Obergurig ...




Singwitz



(ehemals) Bautzener Straße 3


Wohnhaus und drei Wirtschaftsgebäude eines Vierseitenhofes.Wohnhaus aus Bruchsteinen mit mächtigem Krüppelwalmdach; Wirtschaftsgebäude massiv mit hölzerner Oberlaube, offene Galerie, Schmalseite verbrettert; zwei weitere Wirtschaftsgebäude; prägt das Ortsbild entscheidend mit (ehemals domstiftlich)

Komplex wurde trotz Denkmalschutz leider abgerissen

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Bautzener Straße 5


Wohnhaus und zwei Wirtschaftsgebäude eines stattlichen Dreiseitenhofes. Wohnhaus massiv mit Krüppelwalmdach; Datierung Mitte 19. Jh.

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Bautzener Straße 10


Granit - Betsäule auf würfelartigem Sockel mit spindelförmigem Schaft, mit altdeutscher Inschrift “Domstift” mit Würfel - Kapitell, Aufschrift “Domstift”; Datierung 2.Hälfte 18.Jh., bez.1807, renoviert 1851

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Industriestraße 4


ehemaliges Kesselhaus mit Thermengiebeln, Pilasterordnung; Mittelrisalit mit Turm; Datierung ca.1910

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Industriestraße 1


Wohnhaus, Wohnmühlenhaus und Scheune eines Mühlengehöftes. Wohnhaus massiv mit drei profilierten Türgewänden und Durchfahrt; Wohnmühlenhaus dreigeschossig; Torpfosten ornamental bekrönt; malerische Lage, ortshistorisch bedeutend; Datierung Wohnhaus bez.1827, weiterer Türstock bez.1827, Wohnmühlenhaus bez.1868

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Industriestraße 2a


Turbinenhaus mit gesamtem Wasserbau (Wehr, Zulauf, Ablauf) und innere technische Anlage (Turbine; Haus mit stilisiertem Ornament; Datierung 1916

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“drei Wegesteine und ein Gedenkstein




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aus der Geschichte des Ortes Singwitz


Singwitz fügt sich in einer begrenzten von Tallehm bedeckten Weitung der Spree an.
Rechts des Flusses entstand der alte Bauernweiler. Ein Wachstum des Dorfes bis über die umgebenden Höhen setzte nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts ein, als sich im Spreetal Industriebetriebe entwickelten und eine Haltestelle der Eisenbahn am 1. November 1879 eröffnet wurde.

Sehr interessant war 1928 die Aufdeckung eines slawischen Skelettgrabes, wo neben dem Schädel ein versteinerter Seeigel (Krötenstein) als Beilage lag. Ein zweiter interessanter Fund wurde 1950 beim Hausbau an der Ringstraße gemacht. Hier fand man ein Gefäß mit Leichenbrand (Urne) aus einem Grab der späten Bronzeezeit (ca. 1000 v. Chr.).

Der wichtigste frühgeschichtliche Punkt ist die sorbische Felsenburg Dobrus (nach dem Meißner Burgward Dobrus), die heutige Doberschauer Schanze, 25 m hoch auf einer granitenen Steilwand, deren Fuß einst unmittelbar von der Spree umflossen wurde, nach der Feldseite geschützt durch einen mächtigen Stein- Erde - Wall und starke Palisaden.

Die geschriebene Geschichte des Dorfes fängt mit dem Jahre 1305 an. Bischoff Albrecht von Meißen belehnt Thize von Willintin mit Gütern auch in Sinkwitz, dessen Name wohl auf altsorbisch Zynkovici (Leute des Zink) zurückzuführen ist. 1407 wurde Zynkwicz an das Bautzener Domstift verkauft, doch verblieb dem Bischof die Obergerichtsbarkeit. Das ehemalige ritterliche Allodium wurde zum bischöflichen Lehngut (1555) und schließlich zum domstiftlichen Vorwerk (1764).

Im alten Dorf trifft man nur noch wenige Kulturdenkmale an. Ein eingeschossiges Häuschen in der Ortsmitte besaß noch Lehmwände und Strohdach, wurde aber ca. 1974 abgerissen. Das Wohnhaus Nr.12 (Bautzener Straße) hatte bis zum Umbau Lausitzer Umgebinde und Holzstufen.


Dreiseitenhof Singwitz

Im Wohnhaus Nr. 17 (Bautzener Straße) mit einem Schlußstein von 1773 am bearbeiteten granitenen Türgewände hat man das einstige domstiftliche Herrenhaus vor sich. Das Stallgebäude zeigt eine offene Galerie und eine Außentreppe. Die Säulen zur Hofeinfahrt zur ehemaligen Mühle tragen zwei Sandsteinvasen (stark verwittert).

Auf den früher unter Einfluß des Domstiftes beim katholischen Glauben verbliebenen Bevölkerungsteils verweist eine 4 m hohe, schlanke Betsäule im Garten des Grundstückes Nr.7 (Bautzener Straße 10). Die spindelförmige Säule mit der Jahreszahl 1807 im Sockel trug früher eine Kreuzigungsgruppe. Denkmalgeschützt ist auch das Turbinenhaus in der Industriestraße, welches 1920 erbaut wurde und gegenwärtig vom Besitzer liebevoll restauriert wird.

1987 wurde der Eigenheimstandort Bautzener Straße freigegeben. Die interessierten Bürger haben ihre Gebäude in Eigeninitative errichtet. Nicht immer war es leicht die notwendigen Baumaterialien zu beschaffen.
In den Jahren 1992 / 1993 entstand auch in Singwitz ein neuer Wohnpark, der noch weiter ausgebaut werden soll.


geschichtliche Zeittafel


1221

erste Erwähnung unter der Bezeichnung Synkewitz, Cunimanus de Synkewicz


1305

Benennung als Sinkiwitz, Zinckwitz, Sinkiwicz


1407

Benennung als Villa Zinckewicz, Sinkewicz, Zynkewicz


1407

Verkauf des Ortes an das Domstift zu Bautzen


1423

Franz von Dresden kauft den Ort, er ist zu dieser Zeit Burgmann auf der Ortenburg


1470

erwähnt als Zinkewicz, Zinckewicz, Zinkkewitcz als PN


1506

man schreibt: Singkwitz


1549

Benennung als Synquitz


1555

Benennung als Sinkwitz


1559

laut statistischer Zählung lebten 8 Besitzer im Ort


1572

man schreibt: Sinckewitz


1590

die Bauern kauften sich für 45 Taler vom Hofedienst los


1622

Benennung als Singwicz


1665

werden in Singwitz 15 Mann gezählt


1746

Benennung als Sinckwitz


1759

man schreibt: Sinckwiz


1773

Vierseitenhof, Nummer 17 (jetzt Bautzener Straße 3) wird errichtet


1777

eine statistische Zählung ergab 7 Besitzer, 6 Gärtner und 9 Häusler


1791

man schreibt: Sinckwitz


1807

Betsäule, Bautzener Straße 10, erbaut


1843

eine statistische Zählung ergab 156 Einwohner


1843

sorbische Bennenung als Dzjeznikecy, auf deutsch Backtroghersteller


1877

am 01.09. Einweihung der Eisenbahnlinie Bautzen - Wilthen als Teilstück einer 64 km langen Verbindung Bautzen - Bad Schandau über Neustadt und Sebnitz, am 01.11.1879 erfolgte die Einbindung in diese Strecke mit Eröffnung des Haltepunktes Singwitz


1890

eine statistische Zählung ergab 296 Einwohner, davon 178 Sorben


1895

Eröffnung einer Poststelle


1914 - 1918

erster Weltkrieg, 18 Männer aus Singwitz bezahlen mit ihrem Leben


1918

nach Beendigung des ersten Weltkrieges Stillegung der Pulverfabrik


1920

die "Interessengemeinschaft Industriegelände Singwitz" kümmert sich um die Vermarktung der Gebäude der ehemaligen Pulverfabrik


1922

die Firma Gerhard Johann Quaas ( Füllhalterfabrik )lässt sich im Industriegelände nieder


1923

Turm- und Glockenweihe auf dem Friedhof


1924

Am 24.06. Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Singwitz


1926

Gründung des Zweckverbandes "Wasserwerksverband Spreetal" mit Sitz in Singwitz, Industriegelände


1927

Umzug der Landmaschinenproduktion der Gebrüder Raussendorf von Kleinboblitz nach Singwitz


1928

Aufdeckung eines slawischen Skelettgrabes in einer Sandgrube am Bahnhof Singwitz ( Schädel und versteinerte Seeigel - Krötenstein - als Beigabe )


1939 - 1945

zweiter Weltkrieg, 49 Singwitzer Bürger bezahlen mit ihrem Leben


1939

eine statistische Zählung ergab 670 Einwohner


1947

Eröffnung des Kindergartens und Jugendheims, erbaut aus Barackenteilen der Pulverfabrik, neben der Firma Raussendorf, Mittelstraße


1949

Aufbau einer Maschinen - Ausleih - Station ( MAS ) im Industriegelände Singwitz


1952

Umstrukturierung zu Maschinen - Traktoren - Station und nachher zum Kreisbetrieb für Landtechnik


1950

Fund: ein Gefäß mit Leichenbrand ( Urne ) späte Bronzezeit ( ca.1000 v.Chr. ) an der Ringstraße beim Hausbau


1951

Vereinigung zum VEB Fortschritt


1951

Singwitz beendet seine Selbständigkeit als Gemeinde und gehört nun zu der Gemeinde Obergurig


1953

Eröffnung der Buslinie Bautzen - Singwitz


1973

Bau einer neuen Kaufhalle in Singwitz, Bahnhofstraße


1992

Baubeginn Wohnpark Singwitz, am 03.10.92 symbolischer Spatenstich durch den Bürgermeister auf dem Gelände des zukünftigen Wohnparks


1995

Beginn der Abwassererschließung


1997

Erschließung mit Erdgas


1998

Schließung des Kindergartens, Bautzener Straße 22


1998

Bau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Bahnhofstraße


1999

leben 691 Einwohner in Singwitz


2001/02

Abwassererschließung Straßenbau Bautzener Straße, Preuschwitzer Weg Neugestaltung Dorfplatz


2004

Stillegung der Eisenbahnstrecke Singwitz- Bautzen


2008

Inbetriebnahme des Solarparkes Singwitz